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Publiziert in Politik

Statistisches Bundesamt verkündet Rekordstand:

2014 so viele Ausländer in Deutschland wie nie

Dienstag, 17 März 2015 21:13 geschrieben von 
2014 so viele Ausländer in Deutschland wie nie Quelle: destatis.de

Berlin - Noch nie war die Zahl der im Land lebenden Ausländer höher als Ende 2014. Die Zahl der Ausländer in Deutschland erreichte im Vorjahr den höchsten Stand seit Einführung des Ausländerzentralregisters 1967. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, hielten sich rund 8,2 Millionen Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit Ende des vergangenen Jahres hierzulande auf.

Die Zahl stieg damit neuerlich um 6,8 Prozent oder 519.300 Personen im Vergleich zum Vorjahr 2013. Fast sechzig Prozent der Zugereisten stammen den Unterlagen zufolge aus anderen EU-Mitgliedstaaten. Damit stammt jeder zehnte Einwohner in Deutschland aktuell aus dem Ausland und besitzt keinen deutschen Pass.

Zählt man zu den im Ausländerzentralregister geführten 8,2 Millionen offiziell gemeldeten Ausländern noch die Eingebürgerten, also jene rund neun Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, die seit 1949 zugewandert sind, mittlerweile aber die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen beziehungsweise deren Kinder, hinzu, steigt die Zahl dieser Bevölkerungsgruppe auf über 17 Millionen Personen. Damit liegt der Anteil der Menschen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland bereits bei über zwanzig Prozent – Jeder fünfte ist also mittlerweile bereits ein Ausländer, müsste es richtigerweise heißen - wenn auch jeder zweite darunter eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Hinzukommen die illegal Eingereisten, deren Zahl sich im September 2014 bereits auf dem Rekordwert von 34.000 Personen befand – die Dunkelziffer natürlich nicht eingerechnet.

Wie sich aus dem Register ergibt, ist das beliebteste Bundesland unter den Zuziehenden Bayern: 112.900 Ausländer ließen sich hier nieder. Dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 111.000 Zuzügen und Baden-Württemberg (80.200). Am stärksten bemerkbar macht sich der Anstieg dennoch in den neuen Bundesländern, weil dort der prozentuale Anstieg am stärksten ausfiel. Allein in Brandenburg kam es im vergangenen Jahr zu einem Zuwachs von 13,4 Prozent.

Der mit Abstand größte Teil der Zuwanderer stammt aus Rumänien (32,9 Prozent) und Bulgarien (24,8 Prozent), danach folgen mit 15,6 Prozent die Ungarn und 10,5 Prozent der Zuziehenden stammen aus Polen. Weitere 8,3 Prozent Spanier und 3,9 Prozent Griechen fanden sich unter den Zuwanderern. Zudem stieg auch der Zuzug von Ausländern aus Nicht-EU-Staaten um fünf Prozent an im Vergleich zu 2013: 212.600 Personen, von denen rund 61.300 und somit doppelt so viele als 2013 aus Syrien stammen. Mit 121,2 Prozent weit mehr als verdoppelt hat sich auch die Zahl der aus Eritrea Eingereisten. Auch kamen 15.900 mehr Serben als 2013: ein Anstieg um 7,7 Prozent.

Damit überschreitet der Ausländeranteil erstmals seit der Wiedervereinigung die Zehnprozentmarke. Zwar sei ein offizieller Vergleich des Ausländeranteils gemessen an der Gesamtbevölkerung aufgrund der noch nicht vorliegenden Einwohnerzahl aktuell nicht möglich, der Anteil lag allerdings bereits im Juni 2014 bei knapp neun Prozent (Stand 30.06.2014: 80,9 Millionen Einwohner und 7,24 Millionen Ausländer ohne deutsche Staatsbürgerschaft). Neben der Asylbewerberschwemme verantwortlich für den massiven Zuwachs sei die wirtschaftliche Anziehungskraft der Bundesrepublik vor allem auf Bürger der östlichen EU-Staaten.

Letzte Änderung am Dienstag, 17 März 2015 21:17
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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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