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Publiziert in Politik

Konservatives Fundament bröckelt auch bei Julia Klöckner

CDU-Politiker sprechen sich für Homo-Ehe aus

Samstag, 30 Mai 2015 13:08 geschrieben von 
Julia Klöckner Julia Klöckner Quelle: www.julia-kloeckner.de/

Mainz - Die einstmals konservative CDU bewegt sich offenbar immer mehr nach links. Sprachen sich vor Jahren nur Grüne, SPD und Linke für die Einführung der Homo-Ehe aus, haben FDP und weite Teile der CDU mittlerweile auch diesen Kurs eingeschlagen.

Nach dem irischen Referendum für die Einführung der Homo-Ehe ist auch in Deutschland die Debatte darüber entbrannt, ob gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften der Ehe gleichgestellt werden sollten. Die Bundesregierung hatte erst vor einigen Tagen zahlreiche Änderungen auf den Weg gebracht, um die Rechte eingetragener homosexueller Lebenspartnerschaften zu verbessern.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner sprach sich nun dafür aus, dass homosexuelle Paare auch kirchlich getraut werden sollten. Klöckner dazu wörtlich: „Ich denke, eingetragene Lebenspartnerschaften kirchlich segnen zu lassen, ist keine Zumutung, sondern menschlich. Wer füreinander Pflichten übernimmt, der muss natürlich auch Rechte bekommen.“

Klöckner, die Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist, sprach sich schon häufiger für Maßnahmen zur Gleichstellung aus. Das ZdK wurde erst jüngst von den Bischöfen kritisiert, weil es sich für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausgesprochen hatte. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Rainhard Marx hatte moniert, dass die Forderung „mit Lehre und Tradition der Kirche nicht vereinbar“ sei.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag, Nadine Schön (CDU) forderte ihre Partei auf, auf dem nächsten Bundesparteitag über Familienpolitik und Homo-Ehe zu sprechen. Schön dazu wörtlich: „Ich befürworte eine Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare.“

Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Lesben und Schwulen in der CDU, Alexander Vogt nutzte die Gelegenheit, um sich und seine offenbar wichtigste politische Mission ins Gespräch zu bringen: „Das klare Ja in Irland ist ein Signal. In Deutschland, gerade auch in unserer Partei, muss jetzt etwas passieren. Ich hoffe, Angela Merkel setzt sich endlich über die Blockierer in der CDU hinweg.“

Bundeskanzlerin Merkel hatte noch vor etwa zwei Jahren gesagt, dass sie sich mit einer vollständigen Gleichstellung schwertue. Aber da Merkel schon viele ihrer vermeintlich eisernen Grundsätze aus wahl- und koalitionstaktischen Gründen fallen ließ, wird die CDU wohl bald in Gänze auf den Homo-Ehe-Kurs umschwenken.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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