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Publiziert in Politik

Kinderarmut

Immer mehr Kinder auf staatliche Grundsicherung angewiesen

Sonntag, 20 September 2015 21:41 geschrieben von 
Bundesagentur für Arbeit Bundesagentur für Arbeit Quelle: wikipedia.org

Nürnberg - Neueren Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) zufolge ist die Kinderarmut in Deutschland erneut angestiegen. So lebt mittlerweile jedes sechste Kind in einer Hartz-IV-Familie. Zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es erhebliche Unterschiede. In Bremen und Berlin ist sogar jedes dritte Kind auf staatliche Grundsicherung angewiesen. So liegen die Quoten der Kinder mit Hartz-IV-Bedarf in Berlin und Bremen bei 33,5 beziehungsweise 32,9 Prozent. In Bayern und Baden-Württemberg sind es dagegen nur 7,3 bzw. 8,5 Prozent. Aktuell leben 1,67 Millionen Kinder zwischen null und 15 Jahren von Hartz IV. Das sind 23.000 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Der Anteil stieg somit um 0,7 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent.

Laut der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann sei es immer noch so, dass Kinder in Deutschland das größte Armutsrisiko sind. Zimmermann dazu wörtlich: „Genauer betrachtet geht es beim Thema Kinderarmut nicht unmittelbar um die Armut der Kinder, sondern um die Armut ihrer Eltern und deren Auswirkung auf die Kinder.“

Zimmermann sprach sich dafür aus, dass soziale Leistungen Armut verhindern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen müssen. Zimmermann dazu weiter: „Die Bundesregierung muss endlich wirksame Schritte gegen Kinderarmut einleiten.“

Einer aktuellen Umfrage zufolge kritisiert die breite Mehrheit der Deutschen, dass sich die Politik zu wenig um die Bekämpfung von Kinderarmut kümmert. Lediglich 26 Prozent sind der Ansicht, dass sich Politiker «sehr gut» oder «gut» für die Bekämpfung der Kinderarmut einsetzen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von infratest dimap für Unicef Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk zum Weltkindertag am 20. September. Auch die Unterstützung von Familien und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird nur von  41 Prozent der Befragten als „sehr gut“ oder „gut“ bezeichnet. Bei der Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen ist eine große Mehrheit (62 Prozent) der Meinung, dass diese «weniger gut» oder «gar nicht gut» erfüllt ist.

Seit Jahren liegt die Zahl in Armut lebender Kinder stabil bei rund 2,5 Millionen. Ebenso seit Jahren sieht sich die Bundesregierung offensichtlich nicht imstande dazu, gegen diesen unhaltbaren Zustand wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Der wachsende Niedriglohnsektor in Deutschland tut sein Übriges dazu, dass dies wohl auf Dauer so bleiben wird.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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