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Publiziert in Politik

Asylkrise

Klaus-Peter Willsch (MdB/CDU): "Skeptische Stimmen in der Union mehren sich"

Dienstag, 29 September 2015 17:17 geschrieben von 
Klaus-Peter Willsch (MdB/CDU) Klaus-Peter Willsch (MdB/CDU) Quelle: Winzerin vom Rhein

Köln - Im Kanzleramt herrscht Optimismus, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist überzeugt, dass Deutschland der gewaltigen Asylkrise gewachsen sein wird. Kommunen und Bürger sind da zunehmend skeptisch, weil sie mit den Problemen direkt vor Ort konfrontiert sind.

Auch in der Union mehren sich die Stimmen, die die Auffassung vertreten, dass Deutschland überfordert wird. Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach sagte, dass sich immer mehr Menschen fragen, ob die deutsche Gesellschaft und der hiesige Arbeitsmarkt tatsächlich in der Lage sind, in einem Jahr etwa 800.000 Asylbewerber zu integrieren. Bosbach dazu wörtlich: „Die Zweifel werden immer größer, und sie sind berechtigt. Ich kann nur dringend davor warnen, alle Skeptiker in die ausländerfeindliche Ecke zu stellen.“

Auch der CDU-Wirtschaftspolitiker Klaus-Peter Willsch ist der Ansicht, dass Probleme klar benannt und unbequeme Wahrheiten angesprochen werden müssen. Willsch dazu weiter: „In der Partei und an der Basis ist die Euphorie längst nicht so groß wie an der Parteispitze und im Kanzleramt. Es kann nicht nur Wohlfühlsprech geben.“

Laut Willsch könne es auch nicht ausreichen, immer wieder zu betonen, „dass wir das schon irgendwie schaffen werden.“ Schon jetzt gebe es massive Probleme mit der Integration. Willsch dazu wörtlich: „Die werden nicht geringer, wenn jetzt Hunderttausende Flüchtlinge zu uns kommen.“

Der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer sprach sich dafür aus, dass an die Flüchtlinge in den Krisenländern ein klares Signal ausgesendet werden sollte, dass es keinen Sinn mache, den gefährlichen Weg nach Europa auf sich zu nehmen. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl fand ebenso deutliche, von der Position Merkels abweichende Worte: „Das Signal lautet: Verkauft nicht euer Haus oder euer Auto, denn ihr werdet in sehr kurzer Zeit wieder da sein, wo ihr hergekommen seid. Das Boot ist nicht voll, aber es sitzen zu viele falsche drin.“

Kritische Stimmen gibt es in der Union seit langem, dennoch ist es ihnen bisher nicht gelungen, Merkel von ihrer fahrlässigen Asylpolitik abzubringen, die darauf hinausläuft, dass in den nächsten Jahren Millionen Menschen ihr finanzielles Glück in Deutschland versuchen werden.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html

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