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Publiziert in Politik

Nach Neger-Äußerung

Linken-Bundestagsabgeordneter fordert Herrmanns Rücktritt

Mittwoch, 02 September 2015 19:12 geschrieben von 
Roberto Blanco mit Luzandra Straßburg Roberto Blanco mit Luzandra Straßburg Quelle: de.wikipedia.org | Michael Schilling | CC BY-SA 3.0

München - Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) steht in der Kritik, weil er in der Polit-Talkshow „Hart aber fair“ Roberto Blanco einen „wunderbaren Neger“ genannt hat. Er entschuldigte sich zwar für die Äußerung, dennoch prasselt die Kritik auf ihn ein. Konkret sagte er in der Sendung, in der es um Flüchtlinge ging: „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“ Auch beim FC Bayern München spielen laut Herrmann Spieler mit schwarzer Hautfarbe, womit die Fans kein Problem hätten.

Der Innenminister versuchte die Aussage nun zu erklären: „Ich verwende das Wort Neger sonst überhaupt nicht. Ich habe das nur als unmittelbare Reaktion auf diese abwertende Äußerung gemacht. Wir haben auch wunderbare Mitbürger mit schwarzer Hautfarbe in Bayern.“

Dennoch forderte nun der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Jan Korte den Rücktritt Herrmanns. Korte dazu wörtlich: „Der bayerische Innenminister muss die Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Wer rassistische Sprachmuster bedient, ist eines politischen Amtes nicht würdig.“ Herrmann bestärke damit Ausländerfeinde, die Flüchtlingsunterkünfte angreifen. Korte dazu weiter: „Bei diesem CSU-Mann treffen politische Einfalt und eine manifeste Abwehrhaltung gegen Flüchtlinge in einem besonderen Maße zusammen. Er ist in seinem Amt endgültig untragbar geworden.“

Auch der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner kritisierte Herrmann und warf ihm die „Sensibilität einer Planierraupe“ vor. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Markus Rinderspacher sprach von einer „ungeheuerlichen Entgleisung“. Rinderspacher dazu weiter: „Dafür sind schon Leute verurteilt worden.“

Roberto Blanco selbst sieht in den Äußerungen Herrmanns kein Problem: „Der hat das nicht so gemeint. Ich fühle mich nicht negativ betroffen. Wenn er gesagt hätte «Ein wunderbarer Farbiger», hätte es nicht so viele Probleme gegeben.“

Dieser Fall macht einmal mehr deutlich, wie dünn das Eis in Deutschland geworden ist. Obwohl der Betroffene sich selbst überhaupt nicht beleidigt fühlt und Herrmann die Aussage plausibel erklärt hat, veranstalten Teile der politischen und medialen Klasse ein Scherbengericht.

Letzte Änderung am Mittwoch, 02 September 2015 19:14
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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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