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Doktorarbeit

Plagiatsvorwürfe gegen Ursula von der Leyen

Montag, 28 September 2015 19:08 geschrieben von 
Dr. Ursula von der Leyen Dr. Ursula von der Leyen © Deutscher Bundestag / Achim Melde

Berlin - Deutschland hat einen neuen Plagiatsvorwurf. Diesmal steht die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) unter Verdacht, bei ihrer Doktorarbeit vor 25 Jahren abgeschrieben zu haben. Von der Leyen selbst bestreitet die Vorwürfe.

„Sie war extrem faul und hat gnadenlos kopiert“, kritisiert Martin Heidingsfelder, der Gründer der Plagiatsplattform VroniPlag Wiki, von der die Vorwürfe erhoben worden sind. „Deshalb müsste die Medizinische Hochschule ihr den Titel entziehen. Die Wissenschaft tut sich keinen Gefallen, wenn sie renommierte Politiker schützt.“

Von der Leyens Doktorarbeit enthalte „zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen, die nicht als solche kenntlich gemacht sind“, heißt es im Untersuchungsbericht der Plagiatsjäger. Der Juraprofessor Gerhard Dannemann von der Berliner Humboldt-Universität erklärte, es handele sich eher um einen „mittelschweren“ Fall. Die Mängel seien hingegen schwerwiegender als bei Annette Schavan (CDU), die 2014 nach der Aberkennung ihres Doktortitels vom Amt als Bundesbildungsministerin zurückgetreten war. „Die Häufigkeit und leichte Vermeidbarkeit der Fehler spricht für grobes Schlampen“, so Dannemann.

Von der Leyen soll bereits seit Ende August über die Prüfung ihrer Doktorarbeit informiert gewesen sein. Sie habe umgehend die Medizinische Hochschule Hannover um eine unabhängige Überprüfung gebeten. Ein „vertraulicher Bericht über die Ergebnisse der Vorprüfung“ soll in den nächsten Tagen der Hochschulleitung vorgelegt werden.

Unterdessen springen bereits Parteifreunde für die CDU-Ministerin in die Presche. So erklärte der stellvertretende Vorsitzende der CDU, Thomas Strobl: „Die Menschen interessiert, wie wir aktuell Probleme lösen und Herausforderungen angehen. Im Moment steht anderes im Mittelpunkt als irgendwelche Plagiatsvorwürfe.“ Christian von Stetten, der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der Union betonte: „Für sie gilt die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist.“

In der Vergangenheit stolperten bereits Karl-Theodor zu Guttenberg und Annette Schavan (beide CDU) über ihre kopierten Arbeiten und mussten beide ihre Titel sowie die Ämter als Minister ablegen. Der Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und der Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hingegen wurden nach einer umfangreichen Prüfung ihrer Arbeiten von dem Vorwurf freigesprochen.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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