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Exzellenzinitiative

Regierungskoalition uneins in Elitenförderung

Freitag, 04 September 2015 22:29 geschrieben von 
Regierungskoalition uneins in Elitenförderung Regierungskoalition uneins in Elitenförderung

Berlin - Trotz mehrerer umgesetzter Maßnahmen machen internationale Spitzenforscher noch immer einen Bogen um Deutschland. Seit dem Jahr 2005 fördert der Bund im Rahmen einer sogenannten Exzellenzinitiative Nachwuchsprogramme und Fachbereiche an Universitäten. Auch wurden im Rahmen des Programms 14 Hochschulen für ihre Zukunftskonzepte als Elite-Unis ausgezeichnet. Der Generalsekretär der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, Enno Aufderheide sagte dazu: „Die Exzellenzinitiative hat deutsche Hochschulen international erstrahlen lassen und für viele Ausländer attraktiv gemacht. Das Interesse an Deutschland hat deutlich zugenommen.“

Doch quantitativ steht Deutschland noch immer schlecht da. Von den 3.215 Wissenschaftlern, die nach Anzahl ihrer zitierten Publikationen zu dem besten ein Prozent ihrer Disziplin gehören, forschen nur fünf Prozent in Deutschland. Mehr als die Hälfte sind in den USA aktiv. Aufderheide ergänzt dazu: „Gemessen an unserer Wirtschaftskraft, haben wir immer noch zu wenige Forscher, die als potenzielle Nobelpreisträger gehandelt werden.“

Die Exzellenzinitiative soll im Jahr 2017 fortgesetzt werden. Viele Bildungsexperten fordern nun, dieses Programm auf akademisches Spitzenpersonal auszurichten. Seitens des Bundes wird das Programm bis zum Jahr 2028 mit vier Milliarden Euro gefördert. Die Regierungskoalition ist sich allerdings nicht einig darüber, wie die Mittel konkret eingesetzt werden sollen. Die CDU fordert, dass Exzellenz „das oberste Prinzip für ein künftiges Programm bleiben“ müsse. Die Unionsfraktion im Bundestag spricht sich für ein „neues Förderformat“ aus. Nach dem Vorbild der mit einem fünf Millionen Euro schweren Forschungsetat ausgestatteten Alexander-von-Humboldt-Professur  sollen Forscher in Deutschland, „die auf dem Weg zu bahnbrechenden und disruptiven neuen Erkenntnissen und international bereits herausragend profiliert sind“, eine Prämie erhalten, wenn sie dem heimischen Bildungsstandort treu bleiben.

Der CDU-Bildungspolitiker Stefan Kaufmann spricht sich zudem für die Entwicklung international anerkannter Spitzenuniversitäten in Deutschland aus: „Wir brauchen vier bis sechs Spitzenuniversitäten, die von Bund und Ländern über einen längeren Zeitraum von zunächst mindestens sieben Jahren gefördert werden.“

Die SPD tut sich mit dieser Art von Elitenförderung allerdings schwer, was dazu führt, dass die Regierungskoalition bisher keine einheitliche Position in diesem Zusammenhang entwickeln konnte.

Es wäre in jedem Fall besser, mit Spitzen-Hochschulen einheimische Eliten zu fördern anstatt penetrant um fremde Fachkräfte zu buhlen, die nach Lage der Dinge ohnehin viel lieber in andere Länder gehen.

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