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Publiziert in Politik

Drohnenangriffe auf den Nahen Osten nicht besser als Terror in Paris

Sahra Wagenknecht verurteilt US-Drohnenangriffe

Sonntag, 18 Januar 2015 04:06 geschrieben von 
Sahra Wagenknecht Sahra Wagenknecht Quelle: sahra-wagenknecht.de | Foto: TRIALON, Berlin

Mainz - Sahra Wagenknecht, die stellvertretende Linkenchefin, hat die USA wegen ihrer Drohnenangriffe in Afghanistan, Pakistan und im Jemen scharf kritisiert. Diese seien vergleichbar mit den Terrorangriffen in Paris.

"Wenn eine vom Westen gesteuerte Drohne eine unschuldige arabische oder afghanische Familie auslöscht, ist das ein genauso verabscheuenswürdiges Verbrechen wie die Terroranschläge von Paris, und es sollte uns mit der gleichen Betroffenheit und dem gleichen Entsetzen erfüllen", erklärte Wagenknecht. Hier werde mit zweierlei Maß gemessen und das dürfe man nicht. Es seien bereits "Tausende Unschuldige ermordet" worden durch die US-Drohnen. Natürlich erzeuge dies in den entsprechenden Ländern Ohnmacht und Wut. "Damit bereitet man den Boden für den Terror, den man offiziell bekämpfen will."

Umso schlimmer sei es, dass dieser Krieg auch von Deutschland aus geführt würde, so die Linke-Politikerin. Jahrelang habe sich die deutsche Bundeswehr am Afghanistankrieg beteiligt: "Auch die Bundeswehr ist für den Tod unschuldiger Menschen in Afghanistan verantwortlich."

Wagenknecht forderte ein sofortiges Ende aller Militäreinsätze des Westens im nahen und mittleren Osten. Dies müsste die wichtigste Konsequenz aus den Attentaten in Paris sein.

Gregor Gysi, der Chef der Linkspartei gab dem Westen ebenso eine Mitschuld an der Entstehung des islamistischen Terrorismus. "Al-Kaida und Islamischer Staat waren auch die Folge und Produkte von Militärinterventionen", erklärte Gysi vor wenigen Tagen.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann zeigte sich empört über Wagenknechts Äußerungen. Es sei eine "unsägliche Entgleisung und Beleidigung für alle deutschen Soldaten" den Bundeswehreinsatz in Afghanistan mit dem Terrorangriff von Paris zu vergleichen. Offenbar habe die Linkspartei jegliche außenpolitische Orientierung verloren.

Die Drohnenangriffe der Amerikaner sind völkerrechtlich umstritten. Immer wieder kommt es bei derlei Angriffen zu massiv hohen Zahlen an getöteten Zivilisten. Angeblich werden die Angriffe über eine Satellitenstation im rheinland-pfälzischen US-Stützpunkt Ramstein gesteuert.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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