winzerin-vom-rhein.de

Publiziert in Politik

Die Folgen von Schengen und großzügiger Asylpolitik

So viele Ausländer in Deutschland wie nie zuvor

Dienstag, 17 März 2015 21:00 geschrieben von 
Schlagsdorf, Mecklenburg-Vorpommern Schlagsdorf, Mecklenburg-Vorpommern Quelle: de.wikipedia.org | Bild: ChrisO | CC BY-SA 3.0

Berlin - In Deutschland leben so viele Ausländer wie nie zuvor. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des Ausländerzentralregisters (AZR) hervor, wonach Ende 2014 knapp 8,2 Millionen Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit erfasst wurden – die höchste jemals in Deutschland registrierte Zahl seit der Errichtung des AZR im Jahr 1967.

Gegenüber 2013 bedeutet dies einen Anstieg um 6,8 Prozent oder rund 519.300 Personen, der damit nochmals höher ausfiel als in den Vorjahren mit einem Plus von 419.900 Ausländern (2013 im Vergleich zu 2012) bzw. 282.800 (2012 im Vergleich zu 2011). Bislang war die Ausländerzahl in Deutschland nur in zwei Jahren stärker angestiegen als 2014, nämlich 1992 mit einem Plus von 613.500 Personen und 1991 mit einem Plus von 539.800 Personen. Deutlich abgemildert wurde der Anstieg durch Einbürgerungen. Über 108.000 Personen wurden aus dem AZR gelöscht, weil sie in den Besitz eines deutschen Passes gekommen sind.

Die Neuzuzüge stammen zu fast 60 % aus den Staaten der Europäischen Union (306.7000) und hier größtenteils aus Rumänien (+ 32,9 %) und Bulgarien (+ 24,8 %). Deutlich angestiegen ist auch die Zahl polnischer (+ 10,5 %) und ungarischer (+ 15,6 %) Staatsbürger in Deutschland. Etwas geringer war die Bedeutung der Zuwanderung aus den südeuropäischen Krisenstaaten (+ 4,3 %). Hier sind vor allem Spanien (+ 8,3 %) sowie Griechenland und Italien (jeweils + 3,9 %) Hauptzuzugsländer.

Aber auch die im AZR registrierte ausländische Bevölkerung aus Staaten außerhalb der EU hat zugenommen – und zwar um 212.600 Personen bzw.  5,0 %. Während hier die Zahl der Türken wegen Einbürgerungen um 1,5 % abgenommen hat, hat vor allem die Zahl der Syrier (+ 61.300 / + 107,7 %), Serben (+ 15.900 / + 7,7 %) und Eritreer (+ 14 100 beziehungsweise + 121,2 %) stark zugenommen. Dies ist so gut wie ausschließlich auf den massiven Anstieg der Asylbewerber- und Flüchtlingszahlen zurückzuführen.

Nach den Zahlen des AZR ließen sich die meisten der neu zugewanderten Ausländer 2014 in Bayern nieder (+ 112.900), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (+ 111.000) und Baden-Württemberg (+ 80.200). Den höchsten prozentualen Anstieg der Ausländerzahlen hatten hingegen die neuen Bundesländer zu verzeichnen: Die Zuwachsraten reichten von 13,4 % in Brandenburg bis 19,9 % in Mecklenburg-Vorpommern. Den geringsten prozentualen Anstieg verzeichnete Berlin mit + 1,9 %, gefolgt von Hamburg mit + 3,3 % und Nordrhein-Westfalen sowie dem Saarland mit je + 5,7 %.

Artikel bewerten
(1 Stimme)
Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

Redaktion