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Viele deutsche Start-ups suchen nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten

Aras Group von Key-Account-Manager Frank Kahn macht sich einen Namen als Risikokapitalgeberin

Mittwoch, 25 September 2019 15:46 geschrieben von  Claudia Bechthold
Aras Group von Key-Account-Manager Frank Kahn macht sich einen Namen als Risikokapitalgeberin Quelle: Screenshot vom 11.12.2017 - https://www.aras-group.ae

Dubai – Wegen immer mehr Regulierungsvorgaben der Politik und der Negativzins-Strategie der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Banken bei der Kreditvergabe inzwischen sehr risikoscheu geworden. Immer seltener sind sie bereit, selbst seriöse und erfolgversprechende Start-ups mit dem nötigen Investitionskapital auszustatten. Unter dem damit verbundenen Kapitalmangel leiden insbesondere innovative Neugründungen in Deutschland, die mitunter verzweifelt nach alternativen Finanzierungsquellen suchen. Ein Jungunternehmer brachte es mal auf diese Formel: „Die Suche nach Investoren hat etwas von einem Dating. Die Partnersuche kann mit einem Volltreffer, aber auch einem Reinfall enden.“

Das Aufspüren des richtigen Investors kann für ein Start-up zur Überlebensfrage werden. Wesentliche Marktakteure sind in diesem Zusammenhang Venture-Capital-Gesellschaften (VC). Sie sammeln in aller Regel Investorengelder für einen gemeinsamen Fonds ein und finanzieren damit Unternehmen in der Wachstumsphase. 2017 flossen auf diese Weise mehr als 2,1 Milliarden Euro an deutsche Neugründer. Diese Zahl nannte die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG. Zwar wuchs das im Jahr 2017 in die hiesige Start-up-Szene investierte Risikokapital um fast ein Drittel auf besagte 2,1 Milliarden Euro. Gleichzeitig nahm die Zahl der abgeschlossenen Finanzierungen von 436 auf 356 ab. KPMG-Partner Stefan Kimmel sagte dazu: „Während immer mehr Geld ins globale Venture-Capital-Ökosystem fließt, konzentrieren sich die Investoren verstärkt auf weniger, aber dafür größere Deals.“ Die Ausweitung des Investmentvolumens sagt somit nichts darüber aus, ob auch chronisch unterfinanzierte kleinere Start-ups in den Genuss von benötigtem Wagniskapital kommen.

Wenn aber erst einmal ein passender Risikokapitalgeber gefunden ist, entsteht ein lukratives Geschäftsmodell für beide Seiten: Das junge Unternehmen kann wachsen und gedeihen, und die Finanzierungsgesellschaft erhält im Gegenzug für ihr Investment eine Beteiligung an der jungen Firma. Schafft das Start-up dank des frischen Kapitals den Marktdurchbruch, kann der Risikokapitalgeber seine Firmenanteile gewinnbringend verkaufen – eine Win-win-Situation für den Geldgeber und -empfänger. Dennoch sollten sich Gründer vor der Finanzierung über Risikokapitalgesellschaften darüber im Klaren sein, wie viele Firmenanteile sie abgeben müssen und welche Eingriffsmöglichkeiten die Investoren haben.

Eine umfassende Beratung zu allen Aspekten der Risikokapitalvergabe bietet die in Dubai beheimatete Aras Group DWC LLC. Die Unternehmensgruppe ist mit ihren Töchtern Aras Investment and Participation Ltd., Aras Logistic and Distribution Ltd., Aras Trading and Services Ltd., Aras Consulting and Advisory Ltd. und Aras Properties Ltd. in den Bereichen Investment, Beteiligungen, Unternehmensberatung, Immobilienfinanzierung, Warenhandel und Logistik aktiv.

In letzter Zeit liegt der Fokus besonders auf Investments und gewerblichen Finanzierungen, um aufstrebenden Unternehmen mit tollen Geschäftsideen Finanzierungsalternativen zum klassischen Bankkredit zu bieten. Aras-seitig heißt es dazu: „Wir haben Zugang zu verschiedenen Kreditgebern in verschiedenen Kreditmärkten, sodass wir die wettbewerbsfähigsten Lösungen für jedes Geschäft finden können. Unser Netzwerk von Finanzierern umfasst Banken, Investmentfonds, Partner und mehrere Regierungsstellen. Wir haben Subventionen erhalten, um unterschiedliche Projekte zu finanzieren und Start-ups zu fördern. Im Laufe der Zeit haben wir in viele internationale Projekte investiert, die heute Erfolgsgeschichten sind.“

Die Finanzierungsverträge schließen die Kapitalnehmer nicht mit dem jeweiligen Refinanzierer aus dem Partner-Netzwerk, sondern direkt mit der Aras Group ab. Die Refinanzierung der Projekte findet lediglich im Hintergrund statt. Der Unternehmensverbund tritt nicht als Vermittler, sondern direkt als Investor und Kapitalgeber auf. Aras-Finanzexperte Ibrahim Saadi erklärt die Voraussetzungen der Risikokapital-Bereitstellung so: „Der Wert der Risikodarlehen der Aras Group liegt in den meisten Fällen im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich, auch wenn es sich bei Aras nicht um eine Bank, sondern um einen Investor handelt. Über einen Nachrangdarlehensvertrag, der inzwischen auch die Anforderungen seitens der deutschen BaFin erfüllt, wird die Aras Group durch die Investitionen zu einem stillen Beteiligten an dem jeweiligen Unternehmen. Auf diese Weise lassen sich transparent und kostengünstig Großprojekte finanzieren, wobei es keine Einschränkungen bezüglich Standort und Branche des kreditsuchenden Unternehmens gibt.“

Großen Anteil an der Beschaffung dieser Risikodarlehen in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe – konkret geht es um einen Rahmen zwischen zehn und mehreren Hundert Millionen Euro – hat der Deutsche Frank Kahn. Er wird in Internet-Portalen der Finanzbranche auch als „Hexer von Dubai“ bezeichnet. Der wunderlich anmutende Name spielt wohl darauf an, dass der Key-Account-Manager der Aras Group stets neue Finanzquellen erschließt und europäischen Start-ups mit unkonventionellen Finanzierungsangeboten zur Seite springt. Insider führen das darauf zurück, dass Kahn bestens mit internationalen Geldgebern vernetzt ist und gute Kontakte zu reichen Familien aus den Golfstaaten hat, die ihr Geld investiv in Europa anlegen wollen.

Lange konnte über das Investitionsvolumen des Firmenverbundes nur spekuliert werden. Vor einem Jahr wurde dann bekannt, dass Aras Investorengelder in Höhe von 816,5 Millionen US-Dollar für fast 100 Projekte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) vermittelt hat und das Portfolio Immobilien, erneuerbare Energien, das Gastgewerbe, die Schiffsbranche sowie Start-ups beinhaltet. Laut Branchenkennern hat die Aras Group aufgrund ihrer Schwerpunkttätigkeit in den Sparten Corporate Finance, Alternativ-Investments, Kreditvergabe und Investitionsberatung in den VAE und Europa inzwischen schon mehr als 100 Zweckgesellschaften gegründet, um konkrete Projektziele zu erreichen.

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