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Warenhäuser und Immobilien

Beny Steinmetz und Rene Benko teilen sich "Beute" bei Karstadt

Freitag, 20 Februar 2015 13:42 geschrieben von 
René Benko René Benko Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Atrm | CC BY-SA 3.0

Innsbruck - Réne Benko hatte das Warenhaus-Geschäft des Traditionskonzerns im vergangenen August zum symbolischen Preis von einem Euro von dem Milliardär Nicolas Berggruen übernommen. Auch die Luxus- und Sport-Häuser hatte Benko vollständig unter seine Kontrolle gebracht. Er hat dem Kaufhof-Konkurrenten eine Rosskur verordnet, den Mitarbeitern stehen Einschnitte bevor, Arbeitsplätze stehen auf der Kippe, sechs Standorte sollen geschlossen werden. Darunter ist auch das Haus in Stuttgart, dessen Immobilie sich Benko nun sicherte. Die Gewerkschaft Verdi hatte Benko vorgeworfen, die Schließungspläne hätten nicht mit der Sanierung des Konzerns zu tun. Vielmehr solle die attraktive Immobilie in bester Innenstadtlage für andere Zwecke genutzt werden. Das Warenhaus in Stuttgart biete "Potenzial für Filialisten, welche nach innerstädtischen Flächen suchen", hatte Benkos Signa Holding bereits erklärt.

Die angeschlagenen Warenhäuser sind auch unter Rene Benko bislang nicht in Schwung gekommen - sie verzeichneten im November und Dezember einen Umsatzrückgang von rund sechs Prozent, hatte Vorstandsmitglied Miguel Müllenbach erklärt. Auch Benkos Premium-Häuser verzeichneten Umsatzrückgänge. KaDeWe, Oberpollinger und Alsterhaus verbuchten im Geschäftsjahr 2012/13 (per Ende September) einen Umsatzrückgang auf 336,7 (Vorjahr: 342,7) Millionen Euro, wie aus am Donnerstag im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftszahlen von Karstadt Premium hervorgeht. Immerhin arbeiteten die Häuser wieder profitabel - ein Gewinn von 4,7 Millionen Euro stand in den Büchern, im Vorjahr war es noch ein Verlust von 7,6 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2013/14 rechnete die Gesellschaft den Angaben zufolge erneut mit einem Verlust, 2014/15 soll dann wieder ein Gewinn erzielt werden. 

Réne Benko und sein Partner, der israelische Diamantenmilliardär Beny Steinmetz, gehen nach zweijähriger Partnerschaft auseinander. Sie teilen ihre Karstadt-Immobilien untereinander auf. Benko gehörten künftig auch die Karstadt-Immobilien in der Stuttgarter Fußgängerzone und am Berliner Kurfürstendamm. Steinmetz erhalte im Gegenzug die 20 klassischen Karstadt-Immobilien in verschiedenen deutschen Städten, die bislang im Besitz einer gemeinsamen Holding waren. Diese 20 Häuser wolle Benko langfristig mieten, hieß es weiter. Zudem scheidet Steinmetz als Mitgesellschafter der Firmen Karstadt Premium und Karstadt Sports aus. Vom Hörensagen soll Beny Steinmetz allerdings zur Belastung für Réne Benko geworden sein, da der Israeli von der US-Bundespolizei FBI verfolgt wird. Angeblich soll bei bei der Vergabe von Schürfrechten in Afrika Korruption im Spiel gewesen sein.

Nun geht die Partie, deren Ausgang bis zum Ende hin nachwie vor offen ist bei Karstadt in die nächste Runde. René Benko, legte jetzt ein Konzept zur Sanierung vor. Danach soll es nur noch einen Angestellten pro Etage während der ganzen Öffnungszeit geben. Beratung und Hilfe sind dann gleich null, Kundenfragen beantworten so gut wie unmöglich. 3.000 Arbeitsplätze könnten davon bundesweit betroffen sein.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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