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Publiziert in Unternehmen

Institutionelle Investoren kaufen wie verrückt

Michael Thomale freut sich über Investitionen finanzstarker Anleger in den Bitcoin

Donnerstag, 17 Dezember 2020 01:06 geschrieben von  Gunnar Ziegler

London – Die Erfolgsgeschichte der digitalen Leitwährung Bitcoin (BTC) geht weiter und stößt in eine neue Dimension vor: Die spanische Bank BBVA hat angekündigt, künftig in der Schweiz Bitcoin und andere Kryptowährungen zu handeln und damit europaweit eine Vorreiterrolle unter den Großbanken einzunehmen. BBVA wird im Jahr 2021 über ihre Schweizer Filiale den Kauf und die Verwahrung digitaler Vermögenswerte anbieten. Schon seit mehr als fünf Jahren prüft das Geldhaus den Einsatz der Blockchain-Technologie im internationalen Zahlungsverkehr und an den Kapitalmärkten. Jetzt sieht man offenbar den richtigen Zeitpunkt gekommen, um der Crypto-Community erste Angebote zu unterbreiten. Zunächst wird BBVA nur Überweisungen und Konten mit Bitcoin verwalten, aber bei dieser Kryptowährung soll es nicht bleiben. Ihren Krypto-Start in der Schweiz begründet die Bank damit, dass die Alpenrepublik auf diesem Gebiet zu den fortschrittlichsten Ländern Europas gehöre und viele dortige Unternehmen schon über Erfahrungen mit Digitalwährungen verfügten. Nach Medienberichten entwickelt BBVA in Spanien derzeit gemeinsam mit anderen Geldhäusern ein Sofortzahlungsmodell mit digitalem Geld, genannt „Euro Digital“.

BBVA kommt momentan die Rolle als Innovationstreiber zu, obwohl Banken in der Europäischen Union der Handel mit Kryptowährungen schon seit Jahresbeginn 2020 erlaubt ist. An vorderster Front steht neben den Spaniern die französische BNP Paribas, die im Oktober die erste erfolgreiche Transaktion von digitalen Vermögenswertnachweisen (Security Token) abgeschlossen hat und nun an einer integrierten Lösung arbeitet, die klassische und digitale Vermögenswerte vereint. Im Rahmen des italienischen Projektes Spunta wird die Blockchain derzeit von 55 Banken genutzt, um arbeitsintensive Prozesse wie die Kontenverifizierung zu automatisieren und damit die gesamte Systemeffizienz zu erhöhen. BBVA geht es aber nicht nur um blockchain-basierte Automatisierungserfolge und Effizienzsteigerungen, sondern um die Erschließung eines ganzen Zukunftsmarktes: den renditeträchtigen Handel mit digitalen Vermögenswerten. „Digitale Vermögenswerte haben ein enormes Potenzial“, versichert Alicia Pertusa, BBVA-Leiterin der Abteilung für Kundenlösungen.

Das sieht Michael Thomale genauso. Der CMO der Nexus Global erinnert daran, wie leicht man mit Bitcoin-Investitionen zum richtigen Zeitpunkt reich werden konnte. So lag der erste Wechselkurs im Oktober 2010 bei nur 0,08 US-Dollar. Mit einem US-Dollar hätten man damals rund 1.300 Bitcoins kaufen können. 2017 überschritt der Bitcoin dann die magische Marke von 10.000 US-Dollar. Wer 2010 knapp 1.300 Bitcoins für einen einzigen US-Dollar gekauft hatte, konnte die Bitcoins im November 2017 für insgesamt 13 Millionen US-Dollar verkaufen. Seitdem beobachtet Thomale sehr genau die Marktentwicklung der bekanntesten Kryptowährung, der die revolutionäre Blockchain-Technologie zugrunde liegt. Er glaubt fest daran, dass auch bei Währungen die Zukunft digital ist und der Bitcoin-Kurs weiter steigen wird. Der aus Leipzig stammende Zupacker, der seit drei Jahrzehnten unternehmerisch tätig ist, kann die Bitcoin-Hausse von Mitte November als Bestätigung seiner Einschätzung auffassen. Am 18. November stieg der Bitcoin-Kurs zeitweise auf 18.491 US-Dollar und verdoppelte sich damit innerhalb von sechs Wochen. Das waren nur rund 1.500 Dollar weniger als das Allzeithoch von 20.000 Dollar zum Jahresende 2017. „Eine erneute Bitcoin-Rallye war durch viele Faktoren und technische Indikatoren schon länger voraussehbar, wo vor allem auch das Bitcoin Block Halving 2020 eine große Rolle spielt“, analysierte Michael Thomale. In seinem eigenen Kryptogeld-Blog notierte er: „Im Unterschied zu 2017 wird die Nachfrage nach Bitcoin aktuell vorrangig von institutionellen Anlegern angefeuert. Firmen wie MicroStrategy, Square und Stone Ridge sowie viele weitere haben bereits hohe Millionen-Beträge ihres liquiden Kapitals in Bitcoin angelegt, um einer drohenden Inflationierung zu entgehen.“

Die traditionellen Wirtschaftsmedien berichten ebenfalls, dass der Bitcoin-Kursanstieg vor allem auf institutionelle Investoren zurückgeht. Allein der Zahlungsdienstleister Square hat 50 Millionen Dollar in die Kryptowährung gesteckt. Die institutionellen Anleger lassen den Markt für digitale Assets kräftig wachsen, wobei davon bislang fast nur Bitcoin profitiert. Laut einer Studie des Vermögensverwalters Fidelity Investments hat inzwischen ein gutes Drittel aller institutionellen Investoren Blockchain-Assets im Portfolio. 45 Prozent der befragten europäischen Anleger sagten, sie besäßen Kryptowährungen oder Kryptoderivate, von den amerikanischen Investoren waren es immerhin 27 Prozent. Zu den befragten Investoren gehörten in erster Linie Anlageberater, Pensionsfonds, Hedgefonds und Family Offices. Thomale führt das gestiegene Interesse vor allem auf Renditedruck und Diversifikationswünsche zurück. Wegen der Nullzinsen in vielen europäischen Ländern würden klassische Assets kaum noch Rendite abwerfen. Deshalb rücke für immer mehr Anleger die digitale Anlageklasse in den Fokus. Hinzu komme, dass eine echte Diversifikation immer wichtiger werde. Da Blockchain-Assets kaum in Wechselwirkung mit anderen Anlageklassen stünden, seien sie ein ideales Diversifikationsinstrument, konstatiert der Kryptowährungsexperte.

Alle vorliegenden Umfrageergebnisse zeigen, dass Bitcoin unter institutionellen Anlegern das absolut bevorzugte Blockchain-Asset ist. Mehr als 25 Prozent aller Befragten haben die digitale Leitwährung im Portfolio, aber nur 11 Prozent Ether. Diese Bitcoin-Präferenz ist verständlich: die Währung ist das älteste Krypto-Asset mit der höchsten Marktkapitalisierung und verfügt über eine deutlich höhere Liquidität als andere Assets in diesem Bereich. Das schafft Vertrauen und minimiert das Risiko des Totalverlustes.

Der Krypto-Finanzdienstleister Nexus Global, für den Thomale die Marketing- und Vertriebsfäden zieht, setzt allerdings nicht nur auf Bitcoin-Investments, so lukrativ sie gerade auch sein mögen. Das Unternehmen von CEO Christian Michel Scheibener bietet Anlegern umfassende Beratungsleistungen zu Kryptowährungen samt Blockchain-Technologie und versteht sich als „erste Multi-Affiliate-Plattform mit herausragenden Verdienstmöglichkeiten“. Am 12. Dezember zog Thomale auf seiner privaten Facebook-Seite diese Erfolgsbilanz für Nexus Global: „Seit mittlerweile fast vier Jahren digitalisieren wir erfolgreich Industrie-Assets und platzieren diese im weltweiten Markt. Mit knapp 180.000 Affiliate-Partnern auf drei Kontinenten geben wir vielen Menschen die Möglichkeit, an der Wertschöpfungskette zu partizipieren. Der digitale Weg in eine haptische Welt ist neuartig, spannend und sehr lehrreich.“

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