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Publiziert in Verbraucherschutz

Geflügelhaltung

Agrarminister Christian Schmidt (CSU) fordert Verbot des Kükenschredderns

Freitag, 10 Juli 2015 18:37 geschrieben von 
Kücken Kücken Quelle: pixabay.com

Berlin - Bis 2017 will der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt (CSU) das Schreddern von Küken verbieten lassen. Rund 45 Millionen männliche Küken werden hierzulande jährlich kurz nach dem Ausbrüten auf diese Art getötet, weil es für sie keine Verwendung in den eierproduzierenden Betrieben gibt.

Doch damit soll 2017 nun Schluss sein, wie Schmidt erklärte. Dies sei ein aus Tierschutz- und ethischen Gründen unerträglicher Zustand. Mit Fördergeldern in Höhe von über einer Million Euro unterstützt der Bund deshalb einen Forschungsverbund der Universität Leipzig, der an einem Laser für erst drei Tage bebrütete Eier arbeitet, welcher automatisch und praxistauglich das Geschlecht des Eis feststellen können soll.

Eine „wettbewerbsfähige Lösung“ sei wichtig, so Schmidt. „Denn sonst verlagert sich die Tierschutzproblematik nur in andere Länder und die weiblichen Küken werden billiger aus dem Ausland eingekauft.“

Ab August 2016 wird zudem das Schnabelkürzen von Legehennen und Mastputen verboten. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am Donnerstag zwischen dem Agrarminister und der Geflügelwirtschaft unterzeichnet. Dabei handelt es sich um die Umsetzung eines weiteren Bestandteils der Ministeriumsinitiative „Eine Frage der Haltung – Neue Wege für mehr Tierwohl“.

Der Bund Naturschutz und der Deutsche Tierschutzbund forderten hingegen eine grundlegende Reform der Geflügelhaltung. Beide Schritte änderten nichts daran, „dass Hennen bei uns zu Eierlegemaschinen verkommen sind“, wie Marion Ruppaner, Agrarreferentin des Bund Naturschutz in Bayern sagte. Daran ändere auch ein Gerät nichts, welches bebrütete Eier aussortiert. Damit werde das Töten nur vorverlegt.

Stattdessen fordern beide Verbände das „Zweinutzungshuhn“: Geflügel, welches als Eier- und Fleischproduzenten eingesetzt werden. Mit den sich dadurch ergebenden kleineren Betrieben sinke auch die Gefahr für eine Salmonellenvergiftung, weil kleinere Betriebe zugleich leichter zu kontrollieren seien, erklärte Ruppaner.

Im vergangenen Jahr waren bei einem Salmonellenausbruch durch Eier der Firma „Bayern-Ei“ etwa fünfhundert Menschen erkrankt und mindestens zwei gestorben. Der Skandal erreichte nun durch die Linksfraktion, die eine Anfrage zur Lebensmittelkontrolle des Bundeslandwirtschaftsministeriums stellte, auch den Bundestag. Bayerns Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf (CSU) und der Präsident des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, hatten bisher behauptet, Salmonellen auf Eiern sei nichts Ungewöhnliches. Dem widerspricht der Bericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums, in dem es heißt, Salmonellen werden nur höchst selten (in 0,18 Prozent der 4.522 untersuchten Eier) gefunden.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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