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Publiziert in Verbraucherschutz

2435 Chargen aus dem Verkehr gezogen

Immer mehr gefährliche Produkte in der EU

Mittwoch, 25 März 2015 18:15 geschrieben von 
Immer mehr gefährliche Produkte in der EU Quelle: pixabay.com

Berlin - Immer mehr Produkte werden in Europa aus dem Verkehr gezogen. Babywannen, Barbie-Puppen und Laserpointer waren im vergangenen Jahr darunter. Das Schnellwarnsystem der Europäischen Union, Rapex hat im vergangenen Jahr insgesamt 2435 Warnmeldungen verzeichnet. Die betreffenden Produkte waren entweder giftig oder gefährlich. Bedenkliche Lebensmittel, Pharmazeutika und medizinisches Gerät sind nicht darunter, weil es dafür eigene Kontrollsysteme gibt.

28 Prozent der Warnmeldungen gingen auf Spielzeug zurück, 23 Prozent beziehen sich auf Textilien und Kleider. Danach reihen sich elektrische Geräte und Zubehör (neun Prozent), Autos (acht Prozent), Artikel zur Baby- und Kinderpflege (drei Prozent) und Lampen (drein Prozent).

EU-Verbraucherkommissarin Vera Jourova sagte dazu: „"Rapex" ist eine Erfolgsgeschichte. Das kann bedeuten: Wir importieren einfach mehr gefährliche Produkte oder die nationalen Behörden entdecken mehr. Ich neige zu der zweiten Erklärung.“ Wie groß die Gefahr für Verbraucher möglicherweise ist, macht die Kommissarin auch deutlich: „Die Verbraucher sollten sorgfältig sein und die Produktinformation lesen oder sich im Internet informieren.“

Verbraucherschutzorganisationen wollen diese Haltung der EU-Kommissarin nicht akzeptieren. So sagte nun Monique Goyens von der europäischen Verbraucherorganisation BEUC: „Es darf nicht sein, dass es Aufgabe des Verbrauchers ist, sich durch Datenbanken zu klicken, bevor er einkaufen geht. Verbraucher müssen darauf vertrauen können, dass nur sichere Produkte in den Laden kommen.“

Der Grünen-Europaabgeordnete Martin Häusling fügte dem hinzu: „Die Kontrollen müssen noch strenger werden. Die Dunkelziffer der nicht erkannten Produkte bleibt hoch.“

Kommissarin Jourova sagt dazu: „Wir teilen unsere Informationen mit dem Zoll. Ein beschlagnahmter Container ist wirkungsvoller als eine Rückrufaktion aus Tausenden Geschäften.“ Auch strengere Regeln und Informationskampagnen seien angedacht.

Vor allem China erweist sich zunehmend als Problemland. Jourova dazu: „Wir wissen, dass die chinesische Seite bei der Prävention mehr tun muss. Wir denken nicht über harte Maßnahmen gegen China nach.“

Offenbar ist die Tatsache, dass China ein wichtiger Handelspartner der EU ist, für die EU-Kommission relevanter als die Gesundheit der Bürger in der EU.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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