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Publiziert in Verbraucherschutz

Kampf gegen Seuche

Impfstoff gegen Ebola demnächst im Einsatz

Sonntag, 18 Januar 2015 03:59 geschrieben von 
Impfstoff gegen Ebola demnächst im Einsatz Foto: Dr. Frederick A. Murphy - Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Mainz - Deutsche Forscher wollen bereits Ende Januar mit ersten Impftests im Infektionsgebiet beginnen. Die bisher erzielten internationalen Testergebnisse seien positiv.

"Ich glaube, alle sind froh, dass keine schweren Nebenwirkungen aufgetreten sind", erklärte der Marburger Virologe Stephan Becker. Er zeigte sich mit den vorläufigen Testergebnissen zufrieden. Seit November wurde der Impfstoff an zwei- bis dreihundert Probanden aus Hamburg, der Schweiz, Gabun und Kenia getestet. Diese hätten eine Immunantwort auf den geimpften Stoff gezeigt, so Becker. "Allerdings wissen wir natürlich nicht, ob diese Immunantwort den Probanden dann auch vor Ebola schützen kann." Dazu sei es nötig, die Impfung im Infektionsgebiet zu erproben. Als Nebenwirkung seien Gelenkschmerzen aufgetreten. Diese, so Becker, seien jedoch zu erwarten gewesen und von selbst wieder abgeklungen.

Er hoffe, mit den Testungen vor Ort nun zügig beginnen zu können. Problematisch sei hierbei, dass die Zahl der Ebolaerkrankten zunehmend sinkt und die Herde nunmehr nur punktuell auftreten. "Wenn Sie gar nicht so genau wissen, wo der Ausbruch stattfindet, er heute hier und morgen da ist, dann ist das eine riesige Herausforderung", verdeutlicht Becker den logistischen Aufwand. 

Rudolf Seiters, der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), warnt indes davor, die Gefahr, die von Ebola noch immer ausgehe, zu unterschätzen. Zwar sei die Zahl der Neuinfektionen insbesondere in Liberia drastisch gesunken, für eine Entwarnung sei es aber dennoch zu früh. Die Hilfe im Kampf gegen die Seuche zeige Erfolge, das Ziel von null Neuinfektionen allerdings noch nicht erreicht. Das DRK werde noch mindestens bis Mitte des Jahres in Sierra Leone und Liberia aktiv bleiben, so Seiters.

"Wir haben in den vergangenen paar Wochen eine große Veränderung festgestellt, ein Gefühl der Zuversicht, dass dies überwunden werden kann", erklärte der UN-Beauftragte für Ebola, David Nabarro. Es bleibe aber noch immer viel zu tun, auch wenn die Zahl der Fälle in Gebieten, die vor Monaten noch stark betroffen waren, nun fast gegen Null gehen. 

Unterdessen sollen auch die Schulen in den betroffenen Gebieten wieder öffnen. So kündigte Guinea an, seine öffentlichen Schulen mit Händedesinfektionsmitteln auszustatten und vor Schulbeginn die Körpertemperatur der Kinder zu kontrollieren. Rund 20.000 Fieberthermometer würden dafür verteilt, hieß es laut Angaben der Nationalen Anti-Ebola-Kommission. Liberia rechnet mit der Wiedereröffnung der Schulen Anfang Februar. Nur Sierra Leone will diese sicherheitshalber noch geschlossen lassen. 

Rund 8.400 Tote hatte die Ebolainfektion laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefordert. Rund 21.300 Menschen in Guinea, Liberia und Sierra Leone waren erkrankt. 

Aufgrund der Schwere der Ebolaepidemie in Westafrika hatte die WHO bereits vor Monaten zugestimmt, Impfstoffe gegen die Erkrankung bereits im Teststadium zuzulassen. Normalerweise müssen Impfstoffe zuvor ein jahrelanges Prüf- und Testverfahren durchlaufen, um sämtliche Risiken und eventuelle Langzeitfolgen ausschließen zu können.

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Stephan Weber

Stephan Weber (Jahrgang 1988) ist Herausgeber der WINZERIN VOM RHEIN und lebt in Heidelberg.

Er ist politisch engagiert und beobachtet das Zeitgeschehen vor allem in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Webseite: www.winzerin-vom-rhein.de/show/author/46-stephan-weber.html
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